Glück !?

Glück hat für uns alle nicht die gleiche Bedeutung und doch wünschen wir uns gegenseitig und bei den verschiedensten Gelegenheiten „viel Glück“. Ebenfalls ein viel zitierter Ausspruch lautet: „Ein Glück, dass man das Glück nicht kaufen kann!“

Aber was ist nun eigentlich Glück; was bedeutet es glücklich zu sein? Oder wie viel Glück brauchen wir? Reicht ein kleines Quäntchen und was kann es bewirken? Bei all diesen Überlegungen und Gedanken stelle ich für mich selber fest, dass das Glück ein ständiger Begleiter in meinem Leben ist, den ich aber leider oft nicht wahrnehme. In unserer Schnelllebigkeit nehmen wir uns vielfach nicht die Zeit, Glücksmomente überhaupt wahrzunehmen, zuzulassen und auszukosten. Tatsächlich heisst das Zauberwort „Innehalten“ – sich Zeit nehmen und sei es für ganz kleine Dinge, die mit uns oder um uns herum geschehen.

Ein langer, intensiver Blick in die grossen, braunen Mandelaugen von meiner Eselin Mona; ein sanfter Stubser von Klein-Kimi, ihrem Eseljungen, und ein Glücksgefühl durchströmt mich, denn ich finde es ein absolutes Privileg, mit zwei so wunderbaren, intelligenten Langohren zusammensein zu dürfen. Oder wenn Paco, unser Kater, zu mir ins Bett rutscht, sich an mich schmiegt und mir zu verstehen gibt, wie sehr er mich liebt – oder wenn das kleine Kindergartenkind, das mir zeigen möchte, dass es mich mag und mir eine Zeichnung schenkt mit den Worten: „Das habe ich für dich gemalt!“ – das alles sind Glücksmomente.

Jedes noch so kleines Quäntchen Glück ist wie ein Sonnenstrahl, der unser Herz erwärmt und unser Leben lebenswert macht.

 

Dir und mir wünsche ich offene Augen, offene Ohren, vor allem aber ein empfängliches Herz, damit wir den Glücksboten sehen, hören und empfangen können!

 

 

 

 

 

 

 

Glückliches Hundemami mit Chiqui, unserem nicht geplanten "Neuzugang"

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie viel Vernunft ist zuträglich?

 

Ein bekannter Philosoph, eine Denker also, vertrat die  Ansicht, dass der Mensch das Mass aller Dinge sei. Tiere waren für ihn schlicht und einfach „Sachen“.  

Er machte den Wert und die Rechte eines Lebewesens abhängig von dessen Vernunft.

Von einem geistig gesunden Menschen erwarten wir, dass er seinem Alter entsprechend, vernünftig handelt. Somit hat unvernünftiges Handeln auch seine Konsequenzen – je nach dem, mit wie viel Unvernunft gegen die Vernunft verstossen wird. Vernunft besteht aus festgelegten Vorgaben, die darüber entscheiden, was getan werden darf – oder sogar was zu tun ist. Das grosse Problem besteht darin, dass Vernunft gar nicht klar definiert werden kann und dass demzufolge die Grenze zwischen Vernunft und Unvernunft sehr schwierig festzulegen ist, da jeder von uns einen eigenen Vernunftsmassstab besitzt. Dieser wiederum hängt stark mit unserer Erziehung, unseren Vorbildern und unserer Lebenserfahrung zusammen; denn Kinder erfahren das vernünftige Handeln in ihrem Alltag und lernen so, die von uns gesetzten Grenzen kennen.

Lassen sich der Wert und die einem Lebewesen zustehenden Rechte von dessen Vernunft ableiten beziehungsweise berechnen? Ist es nicht viel mehr so, dass wir Lebewesen – ob Mensch oder Tier – welche unsere vorgelegten Vernunftsregeln noch nicht vollends beherrschen oder nur teilweise nachvollziehen können, schützen müssen, damit ihnen nicht aufgrund der fehlenden „Vernunft“ Schaden zustossen kann oder sie selber Schaden anrichten können. Schützenswerte Lebewesen – ein Widerspruch in sich?

Gibt es in unserem Menschenleben nicht immer wieder Momente in denen wir die nackte Vernunft auf die Seite schieben müssen und unsere Mitmenschen und Mitgeschöpfe aus einem empathischen Blickwinkel betrachten sollten? Ich denke da an ein zehnjähriges Mädchen mit Down Syndrom; unglaublich diese Lebensfreude die es versprüht und wie es mit seinem Dasein unser Leben bereichern kann! Oder der kleine Hund, der den Gemütszustand seines Herrchens ganz genau wahrnimmt, wenn nötig zu trösten versucht und sich liebevoll an ihn schmiegt. Unzählige weitere Beispiele könnten aufgeführt werden…

Den Wert und die Rechte, die wir jemandem zu Teil werden lassen, hängt für mich auch stark mit dem Respekt vor dem Leben zusammen – Liebe und Wertschätzung gegenüber allen Geschöpfen.

Die Aussagen des Philosophen stimmen mich nachdenklich und treffen mich im Innersten meines Herzens. Gleichzeitig machen sie mich auch traurig, denn ich muss annehmen, dass der Denker nie der wahren Liebe begegnet ist, denn nur, wer liebt und geliebt wird, kennt die wahren Werte, die einem Lebewesen zustehen.

 

Margrit Ellena

 

 

Der Philosoph Descartes gesteht den Geschöpfen sogar nur körperliches Dasein zu. Sie sind für ihn nichts weiter als von Gott verfertigte Automaten.

 

Quelle: „Ehrfurcht vor den Tieren“  Seite 102

 

Es geht aus anders:

 

Das Gebet des Kindes

 

Albert Schweitzer schrieb:

 

„ …Insbesondere litt ich darunter, dass die armen Tiere so viel Schmerz und Not auszustehen hatten.

 

Ganz unfassbar erschien mir – dies war schon, ehe ich in die Schule ging -, dass ich in meinem Abendgebet nur für Menschen beten sollte. Darum, wenn meine Mutter mit mir gebetet und mir den Gutnachtkuss gegeben hatte, betete ich heimlich noch ein von mir selbst verfasstes Zusatzgebet für alle lebendigen Wesen. Es lautete: Lieber Gott. Schütze und segne alles was Odem hat, bewahre es vor allem Übel, und lasse es ruhig schlafen!“